Wanderweg verbindet Städtedreieck

Der 28-Kilometer-lange "Gründerweg" durch das Städtedreieck wurde am 24. Mai 1997 erstmals "erwandert"

In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste wurde der 28 Kilometer lange Gründerweg, der das Städtedreieck verbindet, am Samstag den 24. Mai 1997 von einer Abordnung des Oberpfälzer Waldvereins erstmals "erwandert". Bürgermeister Helmuth Wächter konnte auf dem Marktplatz eine große Anzahl von Ehrengästen begrüßen, darunter den OWV-Hauptvorsitzenden Dr. Helmut Leupold und Regierungspräsident a. D. Karl Krampol. Gekommen waren auch die Bürgermeister der Nachbarstädte Eschenbach und Pressath, Robert Dotzauer und Anton Gareis. Nach einem musikalischen Gruß durch die Stadtkapelle Grafenwöhr unter der Leitung von Benno Bertelshofer zerschnitten die drei Bürgermeister zusammen mit Karl Krampol und Dr. Helmut Leupold das Band. Angeführt von den Musikern, marschierten sie zunächst durch die Straßen der Stadt bis zum Annaberg und dann in Richtung Gößenreuth und nach Trag. In Eschenbach führte der Weg am Friedhof vorbei zur katholischen Pfarrkirche bis zum Marktplatz, wo der Bläserchor der Kreisgruppe des Bayerischen Landesjagdverbandes unter der Leitung von Albert Furtner zur Begrüßung spielte. Die Wanderung führte weiter zur Hammermühle nach Zettlitz und über den Höhenzug zwischen dem Creußen- und Haidenaabtal nach Pichlberg. In Pressath wurden die Wanderer von einem Bläserensemble der Musikschule Pressath-Grafenwöhr unter der Leitung von Benno Englhart musikalisch in Empfang genommen. Von Pressath führte der Weg zur Kahrmühle und durch den Bürgerwald zurück zum Ausgangspunkt Grafenwöhr.

Grafenwöhr, Eschenbach und Pressath haben ein Gründerzentrum mit einer Einigkeit geschaffen, die man sie so schnell nicht wieder findet. Für diese mustergültige Initiative dankte der Oberpfälzer Waldverein den drei Kommunen mit einem Wanderweg, der zur bleibenden Erinnerung an die "Denk-Werkstatt" im Städtedreieck Gründerweg benannt wurde. Die Harmonie der drei Gemeinden sollte nach den Worten des Hauptvorsitzenden des OWV Dr. Helmut Leupold auch den Urlaubsgästen deutlich gemacht werden.

Zur offiziellen Eröffnung des Gründerweges konnte Bürgermeister Helmuth Wächter im Sitzungsaal am Freitag den 23. Mai 1997 im Grafenwöhrer Rathaus zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen. Besonders herzlich begrüßte er die Initiatoren vom Oberpfälzer Waldverein Dr. Helmut Leupold, Kurt Heinold und Erich Hohlrüther, die die Wanderroute festgelegt und markiert haben. "Wandern verbindet und beflügelt den Geist", bemerkte Wächter. Der Gründerweg erschließt den Besuchern die Schönheit und die Sehenswürdigkeiten unserer Heimat. Wächter wünschte, daß die drei Kommunen zusammenwachsen und gute zwischenmenschliche Beziehungen die Zusammenarbeit prägen. "Wir wollen das Beste für unsere Bürger errreichen und gemeinsam die nächsten Jahre meistern".

 


Kurt Heinold (links), OWV-Hauptvorsitzender Dr. Helmut Leupold (2. v. l.) und Erich Hohlrüther (rechts) sind die "Väter" des Gründerweges. Bei der Feier am 23. Mai 1997 in Grafenwöhr dankten ihnen die Bürgermeister des Städtedreiecks, Anton Gareis (3. v. l.), Robert Dotzauer (3. v. r.) und Helmuth Wächter (2. v. r.) für ihre Initiative, die auch der stellvertretende Landrat Willi Neuser (Mitte) lobte.

 

In einer Rekordzeit haben Kurt Heinold und Erich Hohlrüther nach den Ausführungen Dr. Helmut Leupolds den Gründerweg angelegt. Dabei achteten sie besonders auf landschaftliche Schönheiten und geschichtliche Schmankerln. Gerade das Gebiet um den Truppenübungsplatz müsse nach den Worten des Vorsitzenden eine neue Orientierung finden, da die bisherige langsam schwindet. "Sie können nicht mehr von den Arbeitsplätzen im Truppenübungsplatz leben", stellte er fest. Es entspreche aber nicht dem Oberpfälzer Naturell, sich zurückzulehnen und nach Hilfe um jeden Preis zu rufen. Wir haben zwar keinen Fremdenverkehr aus der Retorte, sondern einen Fremdenverkehr, der nach und nach entsteht. Die Oberpfalz ist ein touristisches Entwicklungsland, bemerkte Dr. Leupold. Dazu gehöre ein System von guten Wandermöglichkeiten. Er hob die Initiative der Gemeinden Grafenwöhr, Eschenbach und Pressath hervor, die erkannt hätten, daß sich der Mensch hier selbst helfen muß. Respekt zollte der stellvertretende Landrat Willi Neuser Dr. Helmut Leupold und seiner Mannschaft für das, was im Städtedreieck geschaffen wurde. Was der Oberpfälzer Waldverein hier praktiziert habe, sollte alle wachrütteln, weiter in dieser Form tätig zu werden. So wie der Wanderweg, sollten auch die drei Städte zusammenwachsen.

Daß diese Zusammenarbeit trotz manchmal unterschiedlicher Meinungen möglich ist, hätten sie bewiesen. Die Bevölkerung sollte versuchen, diese Gesinnung noch stärker mitzutragen. Es gäbe noch viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Wir sollten sie nutzen, meinte Neuser, das wären wir unserer Bevölkerung schuldig. Mit Geschenken bedankten sich die Bürgermeister Helmuth Wächter, Anton Gareis und Robert Dotzauer bei den "Vätern" des Gründerweges Dr. Helmut Leupold, Kurt Heinold und Erich Hohlrüther.

Die Wanderkarten sind in Grafenwöhrer Gasthäusern, Banken und bei der Stadtverwaltung kostenlos erhältlich.


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